Danube-Networkers
Die Donaubrücke in Thalfingen bei Ulm
Text: Ilse Fodil
Geschichte einer Brücke
Wie viele andere Brücken war auch die Thalfinger Donaubrücke in den vergangenen Jahrhunderten ein Sorgenkind für ihre Gemeinde. Ein Sorgenkind, das immer wieder grosse Opfer an Geld und Arbeitsleistungen von den Thalfinger Vorfahren forderte.
Die Donaubrücken haben öfters ihren Standort wechseln müssen, denn vor Beginn der Donauregulierung im Jahr 1836 hat die Donau oftmals ihren Lauf geändert, so dass die Brücken praktisch nachgeschlagen werden mussten. Außerdem wurden die Brücken aufgrund klimatischer Ereignisse und Naturkatastrophen, wie Hochwasser, Stürme und Treibeis im Winter, oft zerstört.
Die ersten Aufzeichnungen der Thalfinger Brücke stammen von Pater Botzenhart vom Elchinger Kloster. Im dreißigjährigen Krieg vermerkt er in seinem Tagebuch: "Am 11. Juni 1631 wurde auf Ulmer Befehl die Thalfinger Brücke von den Langenauern abgesägt". 1638 war sie noch nicht aufgebaut.
Das ausgehende 18. Jahrhundert und der Beginn des 19. Jahrhunderts waren von Truppendurchzügen sowie kleineren und größeren Gefechten in der näheren Umgebung von Thalfingen geprägt. 1796 wurde die Brücke von den Österreichern gleich zweimal zerstört. Der Aufbau der Brücke kostete die Gemeinde 1600 Gulden. Nur 4 Jahre später, im Jahre 1800, wurde die Brücke vom Militär erneut abgerissen, sodass die Gemeinde gezwungen war, für den Aufbau einen Kredit aufzunehmen.
Vor der Schlacht von Elchingen, im Jahre 1805, trugen die Österreicher die Brücke erneut ab, um den Vormarsch der Franzosen unter Napoleon zu behindern. Nach der Schlacht wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.
1890 kam es zum Neubau einer Brücke, für die die Gemeinde das Kapital aufnehmen musste. In den darauf folgenden Jahren ergaben sich immer wieder Ausgaben in verschiedener Höhe für die Instandhaltung der Brücke I.
1926 beschließt der Gemeinderat den Bau einer Eisenbetonbrücke, denn die alte Brücke war so schadhaft, dass sich eine Instandsetzung nicht lohnte. Mit dieser neuen Brücke war ein Werk erstellt, dass Generationen überdauern sollte. Jedoch wurde auch diese Brücke Opfer eines unglücklichen Kriegsausganges, denn sie wurde am 25. April 1945 von der deutschen Wehrmacht gesprengt, aus Sorge vor dem Vormarsch der Alliierten.


