Danube-Networkers
Donauversickerung bei Immendingen / Fridingen
Text / Bilder: Heinz und Christel Pfeiffer
Die Schwäbische Alb - früher Schwäbischer Jura genannt und von daher die englische Bezeichnung Swabian Jura - ist eine von vielen Flusstälern durchzogene Hochebene. Sie erstreckt sich über eine Fläche von ca. 8.000 qkm. Der höchste Berg ist der Lemberg mit 1015 m. Ihre Einzigartigkeit unter den deutschen Mittelgebirgen verdankt sie der Tatsache, dass es sich um ein Karstgebirge handelt. Die Grundsubstanz ist wasserlöslicher Kalk, welcher mit Hilfe von Wasser und Sauerstoff aus dem Gestein herausgelöst wird und zur Höhlenbildung beitragen hat. Auf geologischen Karten schaut sich das Ganze wie ein Schweizer Käse an.
Das Ergebnis sind Hunderte von Höhlen, die das ganze Gebiet bis in eine Tiefe von 200 m durchziehen. In diesen Tiefen haben Taucher vom Blautopf aus Tropfsteinhöhlen von bis zu 40 m Höhe und 80 m Länge entdeckt. Auch gibt es eine ganze Reihe von Schauhöhlen, die für den Tourismus geöffnet wurden.
Der Grundwasserspiegel befindet sich in einer Tiefe von 150 bis 200 m. Das Regenwasser sickert auf seinem Weg nach unten durch die verschiedenen Gesteinsschichten und löst dabei den Kalk - und das seit Jahrmillionen. Unterhalb der oben genannten Tiefen vermutet man große unterirdische Seen.
Dieses geologische Phänomen erklärt auch die Donauversickerung bei Immendingen / Fridingen. Das Wasser der Donau versickert hier im Höhlenlabyrinth der Schwäbischen Alb. Versuche mit ölhaltigen Farben haben gezeigt, dass ein Teil des versickerten Wassers unterirdisch in Richtung Süden abfließt und dabei über den Achtopf in den Bodensee und somit in den Rhein gelangt. Der andere Teil tritt wenige Kilometer weiter wieder an die Erdoberfläche und fließt im Bett der Donau in Richtung Schwarzes Meer. Die Donau ist somit der einzige europäische Fluss, dessen Wasser sowohl zum Atlantik wie auch zum Schwarzen Meer fließt.





