Danube-Networkers
Slowakisches Stonehenge, Svodín bei Štúrovo, Slowakei
Text: Katarina Grunwald
Unser bekanntestes neolithisches Rondell befindet sich in Svodin. Es hatte schon vor 5000 Jahren symbolische Bedeutung bei neolithischen Riten und auch eine astronomische Bestimmung. In der Slowakei entdeckte Rondelle sind um 1000 bis 2000 Jahre älter als die britischen und werden als die älteste monumentale Architektur im heutigen Mitteleuropa bewertet.
Rondelle haben Durchmesser von 50 – 200 Metern, wodurch sie gut auf den Satellitenbildern zu sehen sind. Die großen Rundbauten, die aus Gräben, Schanzen oder nur aus den Holzpalisaden bestehen, nennt man Rondelle. Rondelle entstanden in einem Bauzyklus inmitten ausgedehnter Siedlungen mit einer Flächenausdehnung von 13 bis 30 Hektar und bestanden aus bis zu 50 großen Pfahlhäusern. Die neue Siedlungsgründung begann mit der Absteckung des astronomisch orientierten Rondells immer im Jahr des Hoch- oder Tiefmondes. In die Häuser führten gewöhnlich vier symmetrisch platzierte, gegenüberstehende Eingänge, die aber nur selten eine gemeinsame Achse hatten. Diese massiven Tore sind eine der wenigen messbaren Konstanten. Mit ihrer Orientierung zu den Haupthimmelsrichtungen boten sie geradezu die Erforschung der möglichen Zusammenhänge mit dem Lauf der Himmelskörper, der Sonnenwende und der Tagundnachtgleiche (diese Bauorientierung wurde im Neolith nicht gebraucht). Die meisten Meinungen stimmen mit der Ansicht überein, dass es bei manchen Siedlungen um “heilige Plätze“ geht, die ihre soziale, informative (kalendarische) und sakrale Funktion erfüllten. Was die Fortifikationsfunktion betrifft, da gehen die Meinungen auseinander. In manchen Fällen sind die Maße oder die strategische Lage und die Eingangsanzahl fraglich. Die Grenze zwischen den astronomischen Kenntnissen der Erbauer und deren religiösen Vorstellungen ist auch nicht deutlich. Es sind keine eindeutigen Spuren für die rituelle Tätigkeit innerhalb des Rondells gefunden worden [...]


