Danube-Networkers

Die Lobau - naturbelassene Wasseroasen bei Wien

Text u. Bilder: Wolfgang Sator



Der 22. Wiener Gemeindebezirk trägt den Namen "Donaustadt" wohl nicht zu Unrecht. Er liegt an der Donau und besitzt die meisten Wasserflächen Wiens. Mit einer Fläche von 102,24 km² stellt die "Donaustadt" den größten Bezirk Wiens dar (ca. ein Viertel der Gesamtfläche). Im Osten des Bezirks befindet sich die 2300 Hektar große Lobau, die zu den letzten intakten Augebieten Europas gehört. "Lobau" heißt dem Namensursprung nach "Wasserwald".

 

Durch die Donauregulierung 1870 bis  1875 wurde das Gebiet des heutigen Bezirks stark verändert. Hatte sich vorher die Donau in zahlreiche Arme aufgefächert (Hauptstrom war die heutige "Alte Donau"), so wurde sie nun in ein neues Bett gezwungen, durch das das Wasser des Donaustroms geradlinig und gleichmäßig durch Wien fließt und nicht mehr zu großen Überschwemmungen führen konnte (Die Errichtung des Entlastungsgerinnes 100 Jahre später verminderte weiter die Überschwemmungsgefahr.)

 

Die zum Großteil weiterhin existierenden Altarme der Donau, die nun Stillgewässer wurden, stehen seit damals der Bevölkerung als Erholungs- und Badeoasen zur Verfügung. Dieses großflächige  Augebiet "Lobau" ist ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet und seit 1996 ein Teil des Nationalparks "Donauauen". Naturflächen nehmen 59 % des Bezirks ein, das ist für einen Stadtteil ein sehr hoher Prozentanteil. Der 22. Bezirk besitzt die meisten dieser Altarme (Anteile haben auch der 2. und der 21. Bezirk und Niederösterreich). Diese Gewässer nehmen mit 879,17 Hektar ca. 15 Prozent der Naturflächen ein.

 

Zu den wichtigsten Altarmen gehören:

a) die "Untere Alte Donau" (2,8 km lang und maximal 400 m breit), die von der Kagraner Brücke (Wagramer Straße) bis zur Praterbrücke reicht,

b) das Kaiserwasser (Bezirksteil Kaisermühlen),

c) das Mühlwasser (durchzieht den Bezirk mit 5 km Länge; es ist ein fast vollständig erhaltener Altarm der Donau, ist bis auf das Strandbad Stadlau frei zugänglich, überall zum Baden geeignet, nur die Zugänge zum Wasser sind etwas schwierig.) 

d) das Schillerwasser,

e) die Dechantlacke,

f) das kleine und das große Schilloch,

g) die Alte Naufahrt,

h) die Panozzalacke,

i) das Tischwasser,

j) das Oberleitner Wasser,

k) der Großenzersdorfer Arm,

l) das Eberschüttwasser.

 

Diese links der Donau gelegenen ehemaligen Seitenarme stellen fast ausnahmslos Gewässer des so genannten Verlandungstyps dar. Sie waren einst von der Donau durchströmt und sind heute nur mehr teilweise durch das Grundwasser mit ihr verbunden. Durch die Verlegung des Hauptstromes sind sie zu Stillgewässern geworden. Hier finden sich die artenreichsten Wasser- und Sumpfpflanzengesellschaften Europas. Typisch sind weite Schilfbereiche und verkrautete Verlandungsflächen, die nur zeitweise unter Wasser stehen.

 

Die UNESCO befand die Lobau als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Welt und erklärte sie zum Biosphärenreservat. 

 




Organisation
VHS Ottakring/Hernals
Date
20.04.2010
Category
Natural Monuments


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