Danube-Networkers

Wie die Schlögener Schlinge entstanden ist und was der Teufel damit zu tun hat

Text: Margit Tischberger, Birgit Meinhard-Schiebel

Bild: Margit Tischberger



Vor Tausenden von Jahren haben die Bewegungen der Erdkruste und Erosionen im Bereich der heutigen "Schlögener Schlinge" in den Verlauf der Donau eine zweifache Kehrtwendung gegraben. Sie ist eine 180-Grad-Windung, mit der der Strom dem Gestein im Flussverlauf ausweicht. Die berühmte Donauschlinge, ein Naturphänomen, ist das Ergebnis. Die Schleusenkammern sind 240 mal 24 Meter groß, die Fallhöhe beträgt 10,60 Meter.  Der Volksmund meint, die Donau würde nur zu gerne noch einmal zurückfließen, um sich diese wunderbare Umgebung ansehen zu können.

 

Am Beginn dieser markanten Flusslandschaft liegt - noch im Bereich der Schleuse Jochenstein -  in der Mitte der Donau ein Feldsbrocken, gekrönt von einer winzigen Kapelle. Im Unterwasser dieser Schleuse endet die deutsche Donau, eine Nixenfigur am Ufer erinnert an die Sage über die Donaunixe Isa, die den Jochenstein einst bewohnt haben soll. Der Jochenstein aber ist das Werk des Teufels. Er hat in seinem Zorn einen gewaltigen Felsbrocken aus der Donauleite gebrochen, um die frommen Jochensteiner zu ärgern. Der Teufel aber hat sein Ziel verfehlt und der Felsbrocken ist in der Donau gelandet. Auf ihm finden sich Abdrücke seines Bockshufes. Die Erzählung um den Jochenstein gehört zum Sagenschatz Österreichs und macht ihn bis heute zu einem Ausflugsziel. Als Naturdenkmal findet er in den Reiseführern seine Würdigung.

 

Die Schlögener Schlinge selbst ist nicht nur ein beliebtes Tourismusziel, sie ist auch ein Naturschutzgebiet. Dort werden Biber wieder angesiedelt, die ihre Dämme bauen. Auch eine Reihe botanischer Raritäten sind in diesem Gebiet vorhanden: der Türkenbund, die ästige Graslilie und der Schwarzstielige oder Immergrüne Streifenfarn, der FloristInnen das Herz höher schlagen lässt.

Auf der linken Donauseite liegt das Haus am Strom, ein modernes Umweltzentrum, in dem sich alles um das Thema Wasser dreht. Sogar der gläserne Aufzug fährt statt mit Strom mit reiner Wasserkraft.

 

Als Naturdenkmal hat die Schlögener Schlinge im Bereich der gesamten Donau ihren besonderen Platz eingenommen.

 

 

Schloegen Loop

 

Weitere Informationen sind nachzulesen in: Naturerlebnis Donautal, Morsak-Verlag, 2002,

Die Donau, Edition Maritim, 2008




Organisation
VHS Ottakring/Hernals
Date
07.04.2010
Category
Natural Monuments


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