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Der "Wurstelprater" in Wien

Text: Herta Spitaler

Bilder: Maria Dürr



Ein relativ kleiner Teil des großen Praterareals heißt der „Wurstelprater“. Es ist ein Vergnügungspark und der Name „Wurstel“ ist ein Wiener Ausdruck für Clown oder Harlequin. Wenn Sie in Google „Wurstelprater Vienna“ eingeben, so bekommen Sie sicher eine Menge Information über diesen. Das ist aber nicht meine Absicht: ich möchte Ihnen über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Wurstelprater als Wiener Kind erzählen:

 

Die Mehrzahl der Wiener Kinder war nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) sehr arm, auch wir, aber trotzdem gab es manchmal besondere Gelegenheiten (Geburtstage oder ähnliches), um den Wurstelprater zu besuchen. Unser Vater – der in den Krieg ziehen musste und in russischer Gefangenschaft gewesen war – war sehr glücklich wieder zu Hause bei seiner Familie zu sein und er lud uns manchmal in den Prater ein. Besonders liebten wir das Ringelspiel mit den „lebendigen Pferden“. Mein Bruder saß auf einem Pferd und ich, die ich Angst vor Pferden hatte, saß in einer Kutsche. Wir liebten auch die Schaukeln und alle Arten von kleinen Autos. Manchmal machten wir auch eine Fahrt mit dem „Riesenrad“, von dem aus wir einen guten Ausblick auf die Stadt hatten, die allerdings im Laufe des Krieges stark zerbombt wurde. Wir fuhren mit der Liliputbahn, einem kleinen Zug, der durch den Prater fährt. Mein Vater gab im Prater sein ganzes Geld für uns aus und kam ohne einen Groschen (unsere Währung zu dieser Zeit) nach Hause.

 

Ich glaube, dass der Wurstelprater auch für die heutigen Kinder einen gewissen Charme und eine Anziehungskraft hat, obwohl heute die Kinder in Wien auch viele andere Vergnügungen haben.    

 

NostalgieKalafattiHochschaubahnPerspektiveFahrt im Riesenrad




Organisation
VHS Ottakring/Hernals
Date
07.04.2010
Category
Natural Monuments


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