Danube-Networkers

Donau – eine bedeutende Verkehrsader

Text: Sylvia Dillnbergerová



Grosse Überseeentdeckungen im 15. Jahrhundert regten in Gesamteuropa ein Reisefieber. Beschleunigt wurde es durch die Industrierevolution, hauptsächlich bei  Dampf-, Bahn- und Wasserbeförderung. Donaufahrten wurden sehr populär. Es nutzten sie nicht nur Staatsdiener, Kaufleute und Wissenschaftler, deren Entdeckungsreisen grundlegende und grösste Informationsquellen waren, sondern immer häufiger auch Touristen. Die Donauverkehrsstrasse gewann an grosser Bedeutung.

 

Die Geschichte des Turismus an der Donau wird durch zahlreiche historische Funde belegt. Interessante Informationen liefern Buchführer über die Donaufahrt. Daraus erfahren wir z. B., dass es ein Dampfschiff für die Personenbeförderung aus Ulm bis nach Konstantinopolis gab. Der deutsche Aufklärer F. Nicolai hat sehr spannend seine Schiffahrt auf der Donau von Regensburg bis Wien beschrieben. Ab Ende des 17. Jahrhunderts existierte bereits eine regelmässige  Verbindung über die Donau nicht nur für den Warenverkehr, sondern auch für Passagiere. Es gibt Dokumente über Donaureisen kaiserlicher Abgesandter aus Wien zum türkischen Sultan nach Istanbul.

 

Die Donau als der zweitgrösste europäische Fluss weckte auch Interesse für gewagte  Projekte.  Im Jahre 1698 schlug Luigi Fernando Marsigli einen Elbe-Rheinkanal vor zwecks Verbindung der Häfen Amsterdam und London mit der Anmerkung, dass man auch „die Donau bei Regensburg und Komarno" erschliessen  könnte.  Diese Fiktion gewann später bestimmte Realisationsformen, z.B. durch den Bau des grandiosen Wasserwerkes Gabčíkovo.

 

Man merkt, dass die Menschen schon immer  eine Sehnsucht hatten zu entdecken, zu erkennen und sich kulturell zu bereichern. Die Donau in ihrem gesamten Fluss ab Quelle bis Delta ermöglicht auch einen kulturellen Austausch. Der Fluss ist eine Ressource der Lebensmannigfaltigkeit  der Natur und der ethnokulturellen Gemeinschaften, die entlang des Flusslaufs leben. Um so mehr äusserst aktuell und realistisch ist die Forderung nach Erneuerung, Erhalt und Entwicklung der Wasserstrasse der Donau. Gegenwärtig wird das Natur- und Kulturerbe hoch geschätzt und Programme zur Entwicklung des Turismus, auch Globalturismus, werden vorgelegt. Die Kulturkommission des Europäischen Rats nahm die Resolution über die Kulturpfade Europas an, mit dem Ziel der Ausnützung des Kulturerbes  Europas auf der Grundlage "des gegenseitigen Kennenlernens, Schutz und Wertschätzung der Identitätswerte einzelner europäischer Länder, mit vollem Respekt ihrer Spezifika". Bei Festlegung der kulturellen Pfade könnte die Donau Wasserstrasse - "Via Danubia" - zum internationalem Projekt der europäischen Länder werden.

 

Die Bearbeitung der historischen, kulturellen, geografischen  und ökonomischen Beziehungen zum Fluss Donau kann auf dreierlei Weise erfolgen: 1. Auswahl beliebiger Themen durch die Senioren, z. B. Technische Unikate an der Donau, Donauauenland, die ältesten Städte Europas, bedeutende Adelsfamilien des Donaulandes, bedeutende Persönlichkeiten im Donauland, Internationaler Radweg entlang der Donau, nicht landwirtschaftliche Berufe und Donau und viele andere Themen mehr, 2. Selektion ausgewählter gemeinsam erarbeiteter Themen, 3. komplexe Bearbeitung einzelner Donauländer durch Partner des Projektes Donauland, d.h. deren Partnergruppe die Selektion der Lokalitäten aus den einzelnen interessierten Staaten zu belassen und eine Präsentation des resultierenden  historischen  Kultur- und Naturpotentials in Form von modernen Print- und Informationstechnologien vorzubereiten.

 

Eine Zusammenarbeit hinsichtlich der Entwicklung der Kulturpfade der Donau ist überaus sinnvoll und aussichtsreich auch in der Anbindung an schon existierenden Pfade, konkret Batja Kanal, 56 km Schifffahrtsstrecke aus dem slowakischen Hafen in Skalica ins romantische mährische Dorf Petrov. Batjas Absicht war, die Flüsse Donau, Elbe und Oder bis ins Meer schiffbar zu machen. Eine Verlängerung des Batja-Kanals über den Fluss March würde seine Verbindung mit der Donau bewirken. Die Donau würde verkehrstechnisch, kommerziell, aber auch kulturell zu einer bedeutenden Kommunikationsmagistrale des 21. Jahrhundert aufsteigen.

 




Organisation
U3A Bratislava
Date
17.11.2009
Category
Bridges


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