Danube-Networkers
Donaudurchbruch
Text: Monika Pfiszter
In Deutschlands bedeutendstem Durchbruchtal bahnt sich die Donau ihrem Weg in Richtung Kelheim durch die Kalkfelsen des Jura. Dort gehört die Weltenburger Enge zu den bedeutenden bayerischen Naturschutzgebieten. Hohe Steilwände schauen herunter auf die Donauenge, die Felsen sind höher als die Flussbreite mit 70 m.
Entstanden ist die Formation vor ca. 150 Millionen Jahren, als das Gebiet noch ein flaches warmes Meer war mit Korallen und Schwämmen. Diese bauten und hinterliessen als ihre Riffe die heute noch senkrecht aufragenden Jurafelsen mit Fossilien von Ammoniten.
Die Kalkstein-Formationen tragen phantasiereiche Namen wie die drei
feindlichen Brüder, Räuberfelsen, Kuchelfelsen, Bayerischer
Löwe, Bischofsmütze, Zwei Sich-Küssende, Römerfelsen, Peter
und Paul, Bienenhaus (ein Stein mit Höhlungen wie Bienenwaben), Napoleons
Reisekoffer (den er vergessen haben soll beim Rückzug).
Der Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg in
Niederbayern zieht jährlich eine halbe Million Besucher an und genießt strengen
Naturschutz. In der Donau leben kapitale Donaulachse von bis zu
zwei Metern Länge und riesige Waller.
Hier
findet man die kleinste Ameisenart Deutschlands -die zwei Millimeter große
„Wiener Zwergameise“, Wanderfalken und Uhus und auch den scheuen Feuersalamander. Die Flora bilden
eiszeitliche Pflanzen wie „Ausdauernder Lattich“, die sonst nur in den Alpen
vorkommende Felsenprimel (Aurikel), das immergrüne, gelb blühende Felsenblümchen,
das schwarzwurzelblättrige sowie ein nur in der Weltenburger Enge wachsendes
spezielles Habichtskraut.
Bereits
1840 hat König Ludwig I. den Donaudurchbruch unter besonderen Schutz gestellt.
Seit 1938 ist die Weltenburger Enge offiziell Naturschutzgebiet. Geschützt sind
nicht nur die riesigen Felsformationen und die wildromantische Wasserkulisse,
sondern auch ein 560 Hektar großes angrenzendes Gebiet.
Die Arbeit des Durchbruchs leistete aber gar nicht die Donau. Ein Nebenfluss
des europäischen Stroms, der so genannte Ingolstädter Albsaumfluss, brach durch
in die Sedimentkalk-Barriere und verlagerte dorthin sein Flussbett. Die Donau
legte sich erst später sozusagen ins gemachte Nest.
Zu den schönsten Erlebnissen gehört wohl die Fahrt auf dem strudelreichen Wasser. Man kann stromabwärts noch auf mehrsitzigen Kähnen fahren. Ein unvergessliches Bild und Erlebnis aber vermittelt die Ankunft auf einem der Schiffe der "weissen Flotte" stromaufwärts von Kelheim her.


