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Die Romanze vom Schwammerling

Ein Gedicht von Adalbert Müller, ausgesucht und eingereicht von VHS Ottakring/Hernals

Jüngst stieg ich in den Wald hinan,

Es war am Maienfeste;

Ich hatt' ein neues Beinkleid an

Und meine seid'ne Weste:

Und an dem Pfade, wo ich ging,

Da wuchs ein schöner Schwammerling,

Gestaltet wie ein Herze.

Da dacht' ich an mein Liebchen, ach!

Und an ihr treues Herze;

Sie ist jetzt weit von hinnen, ach!

Zu meinem bittern Schmerze -

Drei Stunden unter Dingolfing.

O Schwammerling, o Schwammerling,

Du machst mir schwer das Herze!

Ich hatt' die Pfeife in der Hand

Und sie vor sich den Teller,

Als ich die Liebe ihr gestand,

Draußen im Mutzbräukeller

Und dann sie zärtelich umfing.

O Schwammerling, o Schwammerling,

Du machst mir schwer das Herze!

Drauf holte ich sie jedesmal

Des Sonntags um halb Viere;

Ich trug am Arme ihren Shawl,

Sie zahlte mir das Biere:

Was war die Lor' ein gutes Ding -

O Schwammerling, o Schwammerling,

Du machst mir schwer das Herze!




Organisation
VHS Ottakring/Hernals
Datum
02.03.2010
Kategorie
Gedichte


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